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Evangelisches Bildungswerk Freising
Programm


Infizierte Demokratie?

Die Idee der Volksherrschaft in Zeiten des Corona-Krisenmanagements

Vortrag mit Dr. Michael Weigl; Politikwissenschaftler Universität Passau

Infizierte Demokratie

Als im März 2020 die Corona-Pandemie auch in Deutschland akut wurde, geschah zunächst, was für Krisenzeiten üblich ist: Fast alle politischen Kräfte versammelten sich hinter dem Krisenmanagement der Regierungen im Bund und in den Ländern, Kritik wurde nur in homöopathischen Dosen laut. Je länger aber die Krise dauerte und sie zur neuen Normalität wurde, desto lauter artikulierte sich der Unmut. Parlamentsabgeordnete erinnerten an ihre Rolle als Repräsentantinnen und Repräsentanten des Volkes und monierten, dass nicht fortgesetzt über ihre Köpfe hinweg entschieden werden dürfte. Bürgerinnen und Bürger demonstrierten gegen Einschränkungen ihrer Grundrechte und selbst das Stichwort der „Corona-Diktatur“ machte die Runde. Hat also die Demokratie in Deutschland den Stresstest Corona bestanden? Oder hat sie doch Beschädigungen erfahren, die vielleicht sogar noch länger nachwirken werden? Ziel des Vortrages mit anschließender Diskussion ist es, in Erörterung solcher Fragen über den politischen und gesellschaftlichen Zustand Deutschlands nach eineinhalb Jahren Ausnahmezustand nachzudenken.

Mittwoch, den 22.09.2021 um 19:30 Uhr
Christi-Himmelfahrts-Kirche Freising, Saarstr. 2

Die Teilnahme ist kostenlos.

Je nach Pandemiegeschehen wird die Veranstaltung vor Ort mit Hygienekonzept oder online via Zoom Meeting stattfinden. Um Sie zu informieren, ist eine Anmeldung verpflichtend. Anmeldung unter Das Anmeldeformular


Menschenrechte zur Zeit der Corona-Pandemie

Die Gelegenheiten für Vorträge sind rar geworden. Zum Glück gibt es die Möglichkeit auf Online-Formate auszuweichen. Am 4. Mai kamen so 7 Menschen aus dem Dekanat per Zoom zusammen um den Soziologen Sérgio Rios Carrillo aus Nicaragua zum Thema Menschenrechte zu hören. Seit 2017 arbeitet Sérgio Rios Carrillo als Menschenrechtsreferent bei Mission EineWelt im Referat Entwicklung und Politik in Nürnberg.

Durch die Corona-Krise haben sich die Lebensbedingungen und die Menschenrechtslage weltweit verschlechtert, so auch in Mittelamerika. Die Erkrankung vieler Menschen, Todesfälle und unzureichende Gesundheitsversorgung verstärken bestehende Ungleichheit, Diskriminierung und Unterdrückung. Die Inzidenzzahlen zu Covid 19 sind oft niedrig, weil Erkrankungen nicht korrekt erfasst werden. Der Regierung in Nicaragua ist die Wirtschaft, ihr Image für Handel und Tourismus, im Moment wichtiger als das Wohlergehen der Bevölkerung. Doch wenn Regierungen aus wirtschaftlichen Gründen die Pandemie unter den Teppich kehren, tun dort Institutionen der Zivilgesellschaft ihr Bestes um die Menschen aufzuklären. Die Katholische Kirche und verschiedene andere Initiativen informieren die Menschen, wie sie sich schützen können.

Am Ende des kurzen Vortrags gab es genug Zeit um Fragen zu stellen. Ein lebendiges Gespräch entstand, in dem es um die Bedeutung des Fairen Handels zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen in Mittelamerika und internationale Interessen anderer Länder ging. Dabei wurde deutlich, dass sich besonders ChristInnen für ein verantwortliches Miteinander einsetzen, auch wenn ihre Initiativen eher lokal und in ländlichen Regionen verortet sind.

von Frau Pfarrerin Schuster, Vorstandsmitglied des EBW-Freising


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